Gemeindebriefe der Thomaskirche zu Leipzig

Unsere Beiträge zum beliebten Gemeindebrief der Thomaskirche - "THOMASBRIEF" (TB) - veröffentlichen wir hier in Ausschnitten für alle Interessierten zum Nachlesen.

 

Eintrag vom 05. August 2013

Wovon wir nie genug haben können

TB 3/13 - Beitrag vom Juni / Juli / August

Open up wide auf dem Kirchentag in Hamburg "Soviel du brauchst" - was für ein wunderbares Kirchentags-Motto! Sooft ich es gehört, gesagt, gelesen habe, fühlte ich mich entlastet und entspannt. Denn im Kopf stellt sich sofort der Gedanke ein: So viel brauchst du doch gar nicht. Trotzdem gibt es Dinge, von denen man nie genug haben kann. Liebe, Freundschaft, Gemeinschaft, gehört werden, eine Stimme.

 

So gut mussten wir als Chor selten aufeinander hören, um gehört zu werden. Aus verschiedenen Gründen war unsere ursprüngliche Kirchentags-Besetzung auf eine kleine, nein, eine ganz kleine Gruppe geschrumpft. Zu zehnt standen wir an einem Samstagmorgen unter nordisch blauem Himmel auf dem Gänsemarkt in der Hamburger City. Ein paar Jugendliche saßen im Starbucks-Café nebenan. Die Kirchentags-Zelte der Diakonie hatten gerade geöffnet, und die Helfer waren überrascht, was sich ihnen da bot.

 

Und die Überraschung war ganz auf unserer Seite. Plötzlich hatten wir von allem, so viel wir brauchten. Ein kurzes Einsingen gab uns das Gefühl, vielstimmig und trotzdem nicht allein zu sein. Die wenigen Zuhörer strahlten uns an, Passanten blieben stehen, die Sonne schien - was für ein wunderbarer Tag!

 

Das Schönste: Dieses Gefühl trägt länger als einen Tag. Es belebt unsere Proben, lässt sich teilen und vervielfältigen. Noch so ein Kirchentagserlebnis: Wir alle dürfen uns nicht nur unter den Segen Gottes stellen, wir dürfen den Segen auch weitergeben. Das haben wir in einer Abendandacht in der Finnischen Seemannskirche Hamburg erlebt, und diese Erfahrung möchten wir im Gospel-Gottesdienst am 8. Juni um 18 Uhr in der Lutherkirche auch unseren Gästen schenken. Unser Thema wird diesmal "Treue" sein.

 

Noch mehr Termine im Jubiläumsjahr "Zehn Jahre open up wide":

  • 29. Juni, Gospelfest im Musikpavillon im Clara-Zetkin-Park, 17.30 - 21.30 Uhr.
  • 7. Juli, 13 Uhr, Gemeindefest an der Lutherkirche.

Time to celebrate!

 


Immer in Bewegung: Der Gospelchor "Open Up Wide"

TB 5/12 - Beitrag vom November / Dezember / Januar - Jana Kästner

"Gospel versinnbildlicht für mich meinen Tanz in den Morgen." Dies schrieb mir ein Freund Mitte 2011 als mir die Kraft fehlte, ein Morgen zu erahnen.

Stütze und Freude ist mir, seit ich zurückdenken kann, die Gospelmusik.

 

Seit Jahren bewegt mich der Gospelchor der Thomaskirche in Gottesdiensten und Konzerten. Die Chorleiterin Eva von der Heyde ist bei jedem Auftritt wippend, wirbelnd und strahlend ganz bei der Musik, dem Chor und der Gemeinde. Ihr mit ihrer reichen Lebendigkeit zuzusehen, steckt an.

 

Der Chor "Open Up Wide" - "Macht die Tore weit", lädt in seinen Gospels ein, Gott im Leben zu spüren. Dies nahm ich zwar immer wieder mit, doch selbst im Chor mitzusingen, daran wagte ich nicht einmal zu denken. Dass auch dafür die Tür offen war, sah ich lange Zeit nicht.

 

Durch die Worte des Freundes geriet in mir einiges in Bewegung. So ging ich im September 2011 zum ersten Gospelday und seitdem zu den Proben. Etwa 100 mir unbekannte Gesichter und ein umfangreiches Repertoire machten mich neugierig, ließen mich zweifeln und immer wieder gestärkt sein.

 

"Gospel" steht für "gute Nachricht". Diese ist in der Musik und den Texten zu entdecken. Freude und Trauer sind eng miteinander verwoben. So kann ich Gospels singen, ob ich gerade beschwingt von einer guten Begegnung bin oder mich Sorgen schmerzen. Diese Erfahrung eint mich mit den anderen ChorsängerInnen.

 

Nach vielen Proben, den Chorfahrten nach Hiddensee und zum Gospelkirchentag nach Dortmund, sowie den gemeinsamen Auftritten, bin ich vom gemeinsamen Singen innerlich bewegt und äußerlich in Bewegung. Als ein Stimmchen von vielen möchte ich bewegen. Wenn dies bei Auftritten gelingt, ist es mir eine Freude. Ich bin gewiss: Gospel ist auch mein Tanzen in ein Morgen.

 

Dem Gospelchor zuhören und mit ihm singen, können Sie bei unseren Auftritten in der Adventszeit. Und wenn Sie dies so bewegt, dass Sie gern im Chor dabei sein wollen, sind Sie als SängerIn (Männerstimmen werden ganz besonders gesucht) oder PianistIn bei Proben und Gottesdiensten / Konzerten herzlich willkommen.

 


Gospelchor "Open Up Wide" mit vielen Aktivitäten

TB 3/12 - Beitrag vom Juni / Juli / August

Ein Blick in den Auftrittskalender des Chores lässt ein spannendes Vierteljahr erwarten.

 

Wir sind gerade erst von ein paar schönen Probentagen auf Hiddensee zurück und schon geht es

am 1. Juni nach Dortmund zum 6. Internationalen Gospelkirchentag. Dort werden wir:

  • am 1. Juni ein Konzert in der Kirchgemeinde Asseln geben und
  • am 2. Juni unsere Art des Gospelgottesdienstes vorstellen,

dies wird im Rahmen eines Workshops mit anschließender Diskussionsrunde geschehen, die Predigt wird Christoph Breer halten, der bereits einige Male bei unseren Gottesdiensten in der Lutherkirche zu Gast war und auch den nächsten Gospelgottesdienst in Leipzig am 23. Juni um 18.00 Uhr in der Lutherkirche mitgestalten wird.

 

Highlights des Gospelkirchentages sind der Masschoir, bei dem nationale und internationale Chorleiter mit 5.000 Sängerinnen und Sängern Gospellieder einstudieren, um diese beim Abschlussgottesdienst zu präsentieren. Das Herzstück wird dieses Jahr "We can move mountains" sein, dies ist der diesjährige Aktionssong zum Gospelday, im Rahmen der Aktion "Gospel für einen gerechtere Welt". Dieses Jahr werden zudem die Wise Guys das Galakonzert gemeinsam mit weiteren internationalen Gospelformationen gestalten.

 

Auch findet wie jedes Jahr wieder das Gospelfest in Reudnitz statt, zu dem auch wir unseren Beitrag leisten - am Nachmittag des 16. Juni in der St. Laurentius Gemeinde in der Witzgallstraße.

 

Am 30. Juni wird sich der Gospelchor erneut an der "Nacht der offenen Kirchen" in Leipzig beteiligen, in Form eines Konzertes in der Thomaskirche um 22.00 Uhr.

 

Den Abschluss dieser ereignisreichen drei Monate bildet der Gospelday am 22. September, zu dem ein Flashmob am Hauptbahnhof mit der Präsentation des Liedes "We can move mountains" stattfinden wird. Dieser Tag soll ganz im Zeichen von "Gospel für eine gerechtere Welt" stehen, einer Aktion die mit "Brot für die Welt" zusammenarbeitet.

So konnten im letzten Jahr 18 Brunnen in Burkina Faso errichtet werden, nur durch die Einnahmen dieser Aktion. Zudem wird in der Lutherkirche ein Workshop angeboten, des weiteren wird es ein Gospelkonzert sowie einen Gottesdienst geben.

 


"Open Up Wide" fährt zum Gospelkirchentag nach Dortmund - steigt einfach mit ein!

TB 2/12 - Beitrag vom April / Mai 2012 - Evelyn ter Vehn

Noch wenige Tage bis zum Osterfest, und in die Vorfreude mischt sich ein wenig Aufregung beim Gospelchor "Open up Wide". Viele neue Leute sind da, viele neue Stücke werden eingeübt. An Palmsonntag, 1. April, um 18 Uhr möchten wir mit der Gemeinde und Pfarrer Wolff einen festlichen Gospelgottesdienst feiern. Innehalten zu Ostern, und dann warten neue Herausforderungen auf den Chor.

 

Dann gehen wir schon wieder auf Tour. Vom 1. bis 3. Juni fährt "Open up Wide" zum Gospelkirchentag nach Dortmund. Besondere Ehre: In einem Workshop dürfen wir unser Leipziger Modell vom Gospelgottesdienst vorstellen. Der Chor chartert einen Bus, und wer mitfahren und mitsingen will, kann ab 18. April zu den Proben für das Projekt in den Probensaal am Dittrichring kommen. In Dortmund werden übrigens rund 6000 Teilnehmer aus ganz Europa erwartet, ein tolles Erlebnis!

 

Vom 1. bis 4. Mai fahren rund 50 Sängerinnen und Sänger nach Hiddensee. Mit Morgenandachten, gemeinsamen Ausflügen und musikalischen Experimenten zu den Proben erlauben die Tage auf der Insel eine Nähe, die in zweieinhalb Probenstunden so nicht möglich sind. Für alle, die gern Singen, gibt es im Mai auch die Gelegenheit für einen Gospel-Schnuppertag: Im Kirchspiel Schildau bietet Eva von der Heyde, Leiterin unseres Chores, am 17. Mai einen Intensivkurs Gospel an (Infos: 0341- 217 89 82).

 

Alle Leipziger können unseren Gospelgottesdienst am 23. Juni in der Lutherkirche erleben.

Wir hören uns!


Spontaninterview auf den letzten Drücker

TB 1/12 - Beitrag vom Januar 2012 - Eva von der Heyde

Es ist Redaktionsschluss. Das Team "Öffentlichkeitsarbeit" tagt in der Stammkneipe und muss sich den Fragen von Eva von der Heyde stellen.

 

Eva: Was bedeutet es für Dich, im Gospelchor zu singen?

 

Heike: Ich bin mittlerweile 4 Jahre dabei. Eigentlich habe ich den Chor bei einem Konzert erlebt - das hat mich regelrecht umgehauen. Weil der Chor so groß ist, dachte ich anfangs, ich muss nicht zu jeder Probe kommen. Seit dem habe ich keine Probe verpasst, außer wenn ich auf Dienstreise war. Hinzu kommt unerwartet viel Spaß. Inzwischen macht der Chor einen großen Teil meines Lebens aus. Es war für mich die klügste Entscheidung mitzumachen, denn das Singen beeinflusst mich stark.

 

Peter: Ich hörte beim Schlendern durch Leipzig wunderbaren Gesang aus der offenen Tür der Thomaskirche. An diesem Tag war meine Stimmung auf dem Tiefpunkt, voller Traurigkeit. Ich hörte coole Musik. Ganz leise setzte ich mich in die letzte Reihe und erlebte das Schönste seit langer Zeit, meine Traurigkeit war verflogen. Nach dem Konzert ging ich schüchtern und aufgewühlt zur Chorleiterin: "Darf ich bei Euch mitsingen?", kam leise über meine Lippen. "Nächsten Mittwoch - komm einfach vorbei!", sagte Eva. Seit diesem Tag ist alles anders und ich habe etwas gefunden, von dem ich nie glaubte, dass es das gibt.

 

Stefan: Vor 2 Jahren lernte ich ein Mädel kennen. "Komm doch mal mit zum Gospelchor, da ist es immer so lustig.", sagte sie. "Nee, ich kann gar nicht singen" winkte ich ab. "Probe ist immer mittwochs um 19 Uhr" hörte ich noch von ihr. Und dann saß ich inmitten vieler unbekannter Leute. Meine Strategie für diesen Abend war: Erst mal nur zuhören. Ab da war ich von Gospelmusik und ihrer Energie fasziniert. Nun liegen schon viele, viele Proben und fantastische Auftritte hinter mir, die zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden sind.

 

Eva: Danke!