Gospelchor der Thomaskirche "Open Up Wide"

Wenn der Gospelchor "Open Up Wide" in der ehrwürdigen Thomaskirche zu Leipzig singt, gerät so einiges in Bewegung. 120 Sängerinnen und Sänger füllen vierstimmig das weite Kirchenschiff. Besucher singen den Refrain, schnipsen, klatschen. Chorleiterin Eva von der Heyde geleitet mit vollem Körpereinsatz durch alle Passagen des Gospels. Und ihre Augen strahlen: "Das groovt!".

 

2002 kommt Eva von der Heyde mit einer Menge Chorleitererfahrung aus Moers in die Gemeinde der Thomaskirche. Ihre Schwerpunkte: Neues geistliches Liedgut und Gospel. In Leipzig, wo Bach und die Thomaner feste Bestandteile eines jahrhundertealten Kanons sind - kann sie hier eine neue Klangfarbe hinzufügen?

 

2003 ist es soweit: Eva von der Heyde ruft ehrenamtlich und mit mildem Rückenwind der Pfarrer Wolff und Amberg das "Chorprojekt an der Thomaskirche" ins Leben. So soll ein neuer, lebendiger Teil der Gemeinde entstehen, offen über die Gemeinde, ja sogar Glaubensgrenzen hinaus. Einzige Voraussetzung: Freude am Singen. Wichtigstes Ziel: Die Mitgestaltung eines Gottesdienstes in der Thomaskirche zur Oster- und Adventszeit.

 

Rund 38 Sängerinnen und Sänger wollen dem ersten Projekt ihre Stimme geben. Stühle gibt's im Probenraum genug, von Gospel und Groove ist noch keine Rede. Auf dem Programm steht die Kantate "Lichter der Hoffnung- von Klaus Heitzmann. Beim ersten Auftritt ist der Chor fast unsichtbar für die Gemeinde, zündet von der Empore aus die "Lichter der Hoffnung" an. Schon zum 2. Projekt, Heitzmanns Passionskantate "Dank für Golgatha", kommen 45 Sänger. Etwas gerät in Bewegung, denn für die Vorbereitung auf den Adventsgottesdienst füllen bereits 60 Alt-, Sopran- , Tenor- und Bassstimmen den Probensaal.

 

Jetzt steht tatsächlich Gospel auf dem Programm. Der Chor singt sich, beflügelt von Eva von der Heydes guter Laune, durch englische Liedtexte, übt das verflixte "T-Äitsch", swingt durch "This little light of mine" und findet sein Motto mit "Open Up Wide": Öffnet weit die Türen. Zum Adventsgottesdienst 2004 ist die Thomaskirche zum Bersten voll. Der MDR ist da, die Presse hat vorab berichtet. Zum ersten Mal singt der Chor, feierlich schwarz mit bunten Akzenten gekleidet, von den Stufen des Chorraums zur Gemeinde. Auf Tuchfühlung, und in der Luft ist das Knistern greifbar. Zum ersten Mal erlebt der Chor, die Gemeinde, der Pfarrer, was ein Gospel-"Amen" in dem Kirchenschiff in Bewegung setzen kann...

 

Seitdem gehört die neue Klangfarbe "Gospel" zur Thomaskirche wie ein neues, buntes Fenster zur Welt. Der Chor hat bis zu 120 Sängerinnen und Sänger, bekommt Piano-Begleitung durch Holger Hildebrand, André Jolig und Wulf Winkelmüller. Die Sängerinnen und Sänger gestalten Gottesdienste in der Thomaskirche, der Nikolaikirche mit, in der Versöhnungskirche Gohlis-Nord, und erstmals 2006 auf der namhaften Gospelnight im Allee-Center. Ein besonderes Hightlight sind die Gospelgottesdienste in der Lutherkirche. Klangpassagen, Kirchentage, Gospelkirchentage, Chorfahrten, Workshops, Konzerte, der Gospelchor ist zur festen Größe geworden.

 

Seit vielen Jahren besteht dieser Chor. Was als Projekt begann ist inzwischen aus dem musikalischen und kirchlichen Leben der Messestadt nicht mehr wegzudenken. Die einzige Voraussetzung zur Mitwirkung im Gospelchor der Thomaskirche ist die Freude am gemeinsamen Singen.

 

Open up wide freut sich über jedes neue Mitglied! (Je Tenörer desto bässer... :) )